Meine Prime Times

Tuesday, June 02, 2009

Der Untergang der Wheelers?

Tja, im Kino habe ich "Zeiten des Aufruhrs" "dank" Männe leider verpasst (er wollte einfach nicht mitkommen). Wie lange hatte ich auf einen neuen Film mit dem Traumpaar Kate Winslet und Leonardo diCaprio gewartet...! Aber jetzt habe ich mir den Film auf DVD mit meinen Mädels angesehen.
Von den Bildern ausgehend, die Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") abliefert, ist "Zeiten des Aufruhrs" kein Film, den man auf der großen Leinwand sehen muss. Der Film ist kein Spektakel, sondern ein eher ruhiges Drama, das durch seinen Inhalt und seine Schauspieler überzeugt. Trotzdem hätte ich den Film gern schon Anfang des Jahres gesehen. Die Handlung basiert auf dem Roman "Revolutionary Road" von Richard Yates und ist in den Fünfzigerjahren angesiedelt. April (Winslet) und Frank Wheeler (diCaprio) spielen ein Ehepaar, das nach großen Träumen in ihrer Anfangszeit nun im schnöden Alltag angekommen ist. April steht recht erfolglos auf der Theaterbühne, ist mehr Hausfrau und Mutter. Frank arbeitet im Büro und findet seinen Job langweilig. Zu seiner Frustbewältigung gehört unter anderem eine Affäre mit der neuen Mitarbeiterin. Einen Hoffnungsschimmer gibt es, als April und Frank überlegen mit ihren Kindern nach Paris auszuwandern und den tristen Vorortalltag hinter sich zu lassen. Die Idee reift und wird sogar den Freunden erzählt, die April und Frank allerdings belächeln. Doch das Paar ist sich sicher: Paris ruft! Doch dann greift das Schicksal ein: April ist ein weiteres Mal schwanger und Frank bekommt einen lukrativen Arbeitsplatz angeboten. Der Plan gerät ins Schwanken. Werden die desillusionierten Freunde des Paares Recht behalten?

Mich hat es total gefreut, Kate Winslet und Leonardo diCaprio wieder zusammen zu sehen. Ihr Schauspiel ist wirklich überzeugend, trifft die Handlung auf den Punkt. Doch der heimliche Star des Films ist Michael Shannon, der den psychisch instabilen Sohn der Vermieterin spielt. Besagter John Givings steht am Rande der Gesellschaft und stellt das kleinbürgerliche Leben der Wheelers bloß.
Was mir an dem Plot besonders gut gefallen hat: Es wurde ein Thema aufgegriffen, das wohl zeitlos ist - Alltag gegen Träume, Akzeptanz gegen das Streben nach immer Höherem. Der Film spielt zwar in den Fünfzigerjahren, kann aber auch in unsere Zeit versetzt werden, da die äußeren Umstände der damaligen Zeit kaum berücksichtigt werden. Ein Drama zum Nachdenken, mit bezaubernden Schauspielern in Haupt- und Nebenrollen.

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